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24Jan/100

Fernsehen am Computer Teil 3: TV-Karte


Fort­set­zung von “Fern­se­hen am Com­pu­ter Teil 2: Mediatheken”

Heute möchte ich die mei­ner Mei­nung nach beste, aber lei­der auch teu­erste Mög­lich­keit vor­stel­len, das aktu­elle Fern­seh­pro­gramm am Com­pu­ter anzu­schauen. Und das ist mit Hilfe einer TV-Karte (Erklä­rung auf Wiki­pe­dia). Es gibt sowohl interne TV-Karten, die man direkt in den Com­pu­ter ein­bauen muss. Wer das nicht kann oder möchte, kann aber auch auf eine externe TV-Karte zurück­grei­fen, die man dann über einen USB-Anschluss an den Com­pu­ter anschlie­ßen kann.

Nach­dem man eine sol­che TV-Karte am Com­pu­ter ange­schlos­sen hat, arbei­tet der Com­pu­ter mehr oder weni­ger wie ein nor­ma­ler Recei­ver. Es gibt sowohl TV-Karten für Kabel­fern­se­hen, als auch für Satel­lit und DVB-T. Nor­ma­ler­weise ist in jedem Haus ent­we­der ein Kabel­an­schluss oder eine Satel­li­ten­schüs­sel vor­han­den, so dass man dann den Com­pu­ter genau wie den Sat-Receiver oder den Fern­se­her anschlie­ßen kann und dann (über die rich­tige Soft­ware) ganz nor­mal Fern­se­hen schauen kann.

Wer kei­nen wei­te­ren Kabel– oder Satel­li­ten­an­schluss hat oder ver­le­gen möchte, kann auch ein­fach eine DVB-T Antenne kau­fen. Inzwi­schen bekommt man diese schon für unter €20 (für den klei­nen Geld­beu­tel emp­fehle ich die Digi­tenne von Tech­ni­Sat für €16,20). Dazu dann noch eine DVB-T TV-Karte und schon kann es losgehen.

Moderne TV-Karten kön­nen sogar — einen ent­spre­chend leis­tungs­fä­hi­gen Com­pu­ter vor­aus­ge­setzt — auch das hoch­auf­lö­sende HD emp­fan­gen. Mit einem aus­rei­chend gro­ßen und hoch­auf­lö­sen­den Com­pu­ter­bild­schirm kann man so voll­wer­ti­ges Fern­se­hen am Com­pu­ter genießen.

Je nach­dem, für wel­che Emp­fangs­art man sich ent­schei­det, erhält man natür­lich unter­schied­lich viele Sen­der. Auf jeden Fall sind es viele und die Aus­wahl ist (ins­be­son­dere bei Satel­li­ten­emp­fang) deut­lich grö­ßer, als bei allen ande­ren Metho­den, am Com­pu­ter TV zu emp­fan­gen. Die Emp­fangs­qua­li­tät ist eben­falls von der Über­tra­gungs­art abhän­gig. Satel­lit und Kabel kön­nen theo­re­tisch HD-Qualität haben, bei DVB-T sieht die Qua­li­tät aller­dings deut­lich schlech­ter aus. Im Ver­gleich zu den Emp­fangs­me­tho­den über das Inter­net ist die Qua­li­tät aber selbst da min­des­tens gleichwertig.

Welche TV-Karte muss ich kaufen?

Zunächst muss man sich ent­schei­den, ob man eine externe oder eine interne TV-Karte haben möchte. Eine interne TV-Karte lässt sich ein­fach in einen freien PCI-Slot des Com­pu­ters ein­bauen und ist dann platz­spa­rend ver­staut. Wer einen Lap­top und das Wort PCI-Slot noch nie gehört hat, sollte viel­leicht bes­ser auf eine externe Karte zurück­grei­fen. Damit ent­fällt das Ein­bauen. Dafür hat man den klei­nen Kas­ten immer irgendwo rum­ste­hen und einen freien USB-Anschluss braucht man auch noch.

Danach muss man noch wis­sen, über wel­che Emp­fangs­tech­nik man das Fern­seh­bild emp­fan­gen möchte. Wer direkt neben dem PC ein Satel­li­ten­ka­bel lie­gen hat, wird wohl am bes­ten auf eine DVB-S Karte zurück­grei­fen. (Da kann ich die Sky­star HD 2 von Tech­ni­sat für €61,89 emp­feh­len). Für die meis­ten ist es aber wohl am ein­fa­chen, sich eine TV-Karte für DVB-T und eine dazu­ge­hö­rige Antenne zu kaufen.

Welche Software benötigt ich?

Kom­men wir zum eigent­lich Thema: der Soft­ware. Mann kann nicht ein­fach die TV-Karte anschlie­ßen und dann erscheint das Fern­seh­bild auf dem Bild­schirm, son­dern man braucht natür­lich auch die ent­spre­chende Soft­ware. In der Regel lie­fern die Her­stel­ler zur TV-Karte irgend­eine Soft­ware mit. Ich möchte den­noch ein paar Alter­na­ti­ven vorstellen:

DVB viewer

Der “DVB viewer” ist in abge­speck­ter Ver­sion bei vie­len TV-Karten dabei. Das Pro­gramm ist lei­der nicht kos­ten­los, son­dern kos­tet €15. Ich bin aller­dings der Mei­nung, dass diese €15 sehr gut ange­legt sind und kann das Pro­gramm unein­ge­schränkt emp­feh­len. Der DVB viewer unter­stützt sehr viele ver­schie­dene TV-Karten, kann auch HD-Sendungen wie­der­ge­ben, hat eine über­sicht­li­che Pro­gramm­vor­schau mit ver­schie­de­nen Ansicht­s­ty­pen und einen kom­plett frei kon­fi­gu­rier­ba­ren Sen­der­spei­cher. Funk­tio­nen wie Auf­nahme und Time­s­hift sind natür­lich auch vorhanden.

Abge­run­det wird das Pro­gramm durch Plugins und eine hilf­rei­che Com­mu­nity. http://www.dvbviewer.com/de/

Win­dows Media Center

Besit­zer von Win­dows Vista oder Win­dows 7 haben im Nor­mal­fall von Haus aus das “Win­dows Media Cen­ter” instal­liert. Auch mit die­sem Pro­gramm lässt sich die ein­ge­baute TV-Karte nut­zen. Zwar ist diese Vari­ante gra­tis, aller­dings hat das Media Cen­ter deut­lich weni­ger Funk­tio­nen, als zum Bei­spiel der DVB viewer. Wer nicht zu hohe Ansprü­che stellt, sollte damit aber auch völ­lig aus­rei­chend ver­sorgt sein. Micro­soft hat auf der offi­zi­el­len Seite einige Infor­ma­tio­nen zum Pro­gramm zusammengestellt.

Media­Por­tal

Ähnli­che auf­ge­baut wie das Win­dows Media Cen­ter ist das kos­ten­lose Pro­gramm “Media­Por­tal”. Auch diese Soft­ware unter­stützt die wich­tigs­ten Dinge, die man so braucht. HD, Auf­nah­men, Time­s­hift und eine über­sicht­li­che Bedie­nung ver­ste­hen sich von selbst. Dar­über hin­aus ist Media­Por­tal nicht nur eine TV-Software. Das Pro­gramm kann auf Wunsch auch Bil­der und Musik ver­wal­ten. Wei­tere Infor­ma­tio­nen zu den Funk­tio­nen und den Down­load gibt es hier: http://www.team-mediaportal.com/

ProgDVB

Die­ses Pro­gramm geht etwas vom Media­Cen­ter weg und legt den Fokus auf den Emp­fang von Fern­seh­pro­gram­men. ProDVB kann am ehes­ten als Alter­na­tive zum DVB viewer ange­se­hen wer­den, aller­dings ist der Funk­ti­ons­um­fang etwas gerin­ger. Dafür ist das Pro­gramm aber kom­plett kostenlos.

Auch diese Soft­ware hat natür­lich die wich­tigs­ten Funk­tio­nen. Sogar eine Ver­sion für 64-bit Betriebs­sys­tem ist ver­füg­bar und alle gro­ßen Her­stel­ler von TV-Karten wer­den vom Pro­gramm unterstützt.

Fazit

Um kurz zusam­men­zu­fas­sen: Für mich per­sön­lich ist der Weg über eine TV-Karte die beste Mög­lich­keit. Aller­dings muss man hier deut­lich mehr Geld inves­tie­ren, als wenn man ein­fach nur eine Media­thek auf­ruft. Dafür hat man eine deut­lich grö­ßere Sen­der­aus­wahl, im Nor­mal­fall deut­lich bes­sere Qua­li­tät und kann Sen­dun­gen direkt auf die Fest­platte spei­chern und dann sogar noch zurecht­schnei­den und immer wie­der angucken.

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